Seit 1992 fertigt Lignotrend im Südschwarzwald Brettsperrholz-Elemente und Echtholz-Akustikpaneele – vom eigenen Sägewerk bis zum fertigen Bauteil. Verkauft wird an zwei sehr unterschiedliche Gruppen: an Schreiner, Innenausbauer und Holzbauunternehmen mit individuellen Konditionen, und an Privatkundinnen und Privatkunden, die ein Muster oder einzelne Paneele bestellen. Beides lief bisher getrennt – der eine Teil in einem reinen Endkundenshop, der andere über Telefon, E-Mail und die Fachberatung im Außendienst. Ziel war eine Lösung, die beide Geschäftsmodelle aus einem System bedient und Bestellungen direkt dorthin bringt, wo sie hingehören: ins abas ERP.
Wer an Schreiner und an Heimwerker zugleich verkauft, braucht keine zwei Shops, sondern eine Plattform.
Eingesetze Technologien
Startpunkt
Lignotrend verkaufte online über einen Shopware-Shop, der ausschließlich auf das Privatkundengeschäft ausgelegt war. Das Geschäft mit Schreinern, Innenausbauern und Holzbaubetrieben – der größere und beratungsintensivere Teil – lief weiterhin über Telefon, E-Mail und die Fachberatung im Außendienst. Kundendaten lagen im Salesforce-CRM, Artikel, Preise und Aufträge im abas ERP, Bestellungen im Shop. Zwischen diesen Systemen wurden Daten von Hand bewegt.
Damit war nicht nur der Aufwand hoch, sondern auch die Wachstumsgrenze erreicht: Geschäftskunden konnten ihre eigenen Konditionen online nicht einsehen, das Sortiment war im Shop nur ausschnittsweise abgebildet, und jede Bestellung musste intern nachbearbeitet werden. Gesucht war deshalb keine zweite Shop-Instanz neben der bestehenden, sondern eine Plattform, auf der Endkunden- und Geschäftskundengeschäft nebeneinander laufen – mit denselben Produktdaten, aber unterschiedlichen Preisen, Rollen und Prozessen.
Strategie
Bitte, hier mit fetten Hervorhebungen:
maguro begleitete Lignotrend bereits vor der Systementscheidung. In Workshops vor Ort im Werk in Weilheim-Bannholz wurden Sortimentslogik, Systemlandschaft und die Anforderungen beider Zielgruppen aufgenommen. Die zentrale Frage war dabei nicht, welches Shopsystem das beste ist, sondern wo die Kundendaten künftig leben sollen. Die Antwort fiel auf Salesforce: Commerce und CRM auf einer Plattform, statt eines externen Shops, der zur zweiten Kundendatenbank wird.
Umgesetzt wurde ein D2C- und ein B2B-Storefront auf Salesforce B2B Commerce – gemeinsamer Produktkatalog, getrennte Kundenerlebnisse. Privatkundinnen und Privatkunden bestellen Muster, Akustikpaneele und Zubehör direkt; Geschäftskunden sehen nach Freigabe ihres Kontos ihre individuellen Preise, im selben Katalog an derselben Stelle. Das Frontend entstand auf Basis eines eigenen Designsystems, das maguro gemeinsam mit dem Designteam von Lignotrend aufgebaut hat, sodass Website und Shop als eine Marke wirken. Parallel dazu die Anbindung an das abas ERP für Artikel, Kunden, Preise und Aufträge – der Punkt, den das Projektteam vor dem Start als größtes Risiko benannt hatte.
Ergebnis
Privatkundinnen und Privatkunden bestellen seit dem Go-live Akustikpaneele, Design-Muster und Zubehör direkt beim Hersteller; Schreiner und Innenausbauer kaufen über ihr Geschäftskundenkonto zu ihren eigenen Konditionen ein – beides über dieselbe Oberfläche, dieselben Produktdaten und denselben Bestellprozess. Der bisherige Shopware-Shop wurde abgelöst.
Bestellungen laufen nicht mehr in einem separaten System auf, sondern direkt in der Plattform, in der auch das CRM liegt. Damit ist die Grundlage gelegt, auf der Lignotrend seither weiterbaut: Auftrags- und Lieferstatus aus dem ERP, Angebote und Reklamationen im Kundenkonto, ein Kundenportal für Bauobjekte und Dokumente.
Vom ersten Sprint bis zum Go-Live vergingen vier Monate – in einem Projekt, in dem drei Unternehmen, zwei Zielgruppen und ein gewachsenes ERP zusammenkommen mussten.